Jüdisches Leben in Treuchtlingen

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Schon in der dritten fortgeschriebenen Digitalauflage ist das von Verleger Walter E. Keller herausgegebene und zusammengestellte Buch mit Geschichte und Geschichten zur jüdischen Gemeinde Treuchtlingen jetzt erschienen.

Das Buch erzählt vom einst blühenden jüdischen Leben in Treuchtlingen, von hier gebürtigen Juden, die es zu Ruhm und Ansehen in der Welt gebracht haben. Da ist zum Beispiel der Treuchtlinger Ehrenbürger Elkan Naumburg, der mit dem guten Anzug von der Stange in New York Geld machte und damit zum erfolgreichen Bankier an der Wallstreet wurde. Er stiftete den ersten Treuchtlinger Kindergarten und den Konzertpavillon im New Yorker Central Park. Noch heute finden dort alljährlich im Sommer im Angedenken an den Musikmäzen die kostenlosen Naumburg Concerts statt.
Schicksale und Lebensläufe anderer aus Treuchtlingen stammenden Juden lesen sich spannender als ein Abenteuerroman. Berichtet wird aber auch von Menschen und Umständen, die dazu beitrugen, dass jüdisches Leben in Treuchtlingen und anderswo aus ideologischem Fanatismus ausgelöscht wurde.
Geschichte und Verfolgung werden am Beispiel einer fränkischen Kleinstadt nachgezeichnet, in der es einst eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden im ländlichen Bayern gab. Die hervorragende Quellenlage, ihre bereits erfolgte wissenschaftliche Aufarbeitung und Veröffentlichung, ergänzt durch umfangreiche Recherchen des Herausgebers, ermöglichten eine Zusammenschau von seltener Dichte.
Das journalistisch aufgemachte Lese- und Erinnerungsbuch wendet sich vor allem an die Generationen der Nachgeborenen. Einleitend wird auf die Grundlagen des Judentums eingegangen sowie die Geschichte der Juden in Altmühlfranken. Darin eingebettet erscheinen kurze Darstellungen der jüdischen Nachbargemeinden Treuchtlingens von Gunzenhausen über Markt Berolzheim bis Ellingen. Schockierend sind die Zeitzeugen-Dokumente ehemaliger Treuchtlinger Juden und die Aussagen ihrer christlichen Nachbarn zur Reichspogromnacht am 9. November 1938.
“Die Wege auf den Spuren der Treuchtlinger Juden, die mich nach Jerusalem und New York geführt haben, die Recherchen über Jahrzehnte hinweg zur Geschichte ihrer Gemeinde, die Begegnungen mit Überlebenden und deren Nachkommen gehören zu den spannendsten und bewegendsten Erfahrungen meiner publizistischen Tätigkeit”, sagt der Treuchtlinger Journalist und Verleger Walter E. Keller. Als Herausgeber und Mitautor will er in diesem Buch deutlich machen, dass die deutsch-jüdische Geschichte auch in Treuchtlingen viel mehr war als nur die Vorgeschichte einer Katastrophe.
Das Werk enthält zahlreiche Abbildungen, darunter viele historische Fotos.

Zum Buch: wek.de/juedisches-leben

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